Sprachkonferenz des Goethe-Instituts New York betont den praktischen Mehrwert von Deutsch für Beruf und Karriere
Pressemitteilung
New York, 21.09.2011
Praktischer denken, regionaler kooperieren, selbstbewusster werben: Auf diese Ziele haben sich die Teilnehmer der New Yorker Sprachkonferenz verständigt, zu der das Goethe-Institut am 17. September in seine Räume in SoHo eingeladen hatte. 35 Spitzenvertreter von amerikanischen Bildungsbehörden, Hochschulen, Fachverbänden und Medien sowie die Deutsche Botschaft in Washington und deutsche Mittlerorganisationen diskutierten über „Strategien zur nachhaltigen Förderung von Deutsch in den USA“.
Deutsch ist dritte Fremdsprache
„Leider gibt es keine kohärente Fremdsprachenpolitik in den USA“, sagte Sam Dillon, Bildungskorrespondent bei der „New York Times“. Außerdem sei Deutsch — nach dem Ende des Kalten Krieges, nach den Terroranschlägen von 9/11 und mit dem Aufstieg von China als Wirtschaftsmacht – nicht mehr auf der Prioritätenliste der US-Regierungsbehörden. Dennoch steht Deutsch als Fremdsprache in den Vereinigten Staaten auf Platz drei nach Spanisch und Französisch. Die Neueinschreibungen für Deutsch liegen bei sechs Prozent, die Tendenz ist leicht ansteigend.
„Just Add German“
Im Alltag sei den Amerikanern allerdings oft nicht bewusst, „wie stark ihr Leben von der deutschen Sprache geprägt ist“, sagte Dr. Bertram vom Moltke, Leiter der Kulturabteilung bei der deutschen Botschaft in Washington, DC. Die Teilnehmer des New Yorker Workshops waren sich deshalb einig: Der praktische Mehrwert von Deutsch in der Ausbildung, im Beruf und auch im Privatleben müsse stärker im Zentrum einer koordinierten Werbeaktion deutscher Institutionen und Organisationen stehen. Arbeitstitel für den neuen Slogan: „Just Add German“.
Praktika und regionale Kooperation
Die Konferenzteilnehmer empfahlen den Deutschlehrern und Deutschförderern, sich an Universitäten mehr Kooperationspartner in den Bereichen Naturwissenschaften, Ingenieurswesen und Wirtschaftswissenschaften zu suchen – und bei der Suche nach Praktika stärker auf den Kontakt mit deutschen Unternehmen zu setzen. Vertreter von Deutschprogrammen wiesen ferner darauf hin, dass die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Colleges und High Schools vor allem auf regionaler Ebene ausgebaut werden müsse.
Vom praktischen Nutzen des Deutschlernens
„Der Workshop hat uns allen deutlich gemacht, dass wir neue Zielgruppen ansprechen müssen“, sagte Dr. Eva Marquardt, Leiterin der Spracharbeit Nordamerika beim Goethe-Institut New York. „Wir müssen stärker mit dem Mehrwert von Deutsch im Berufsleben werben, wir müssen eine Antwort auf die Frage von Schülern oder Studenten geben: Was habe ich davon?― – Wir müssen ganz einfach die Botschaft vermitteln: Deutschlernen hat einen praktischen Nutzen.“
Soll Deutsch in den USA wieder stärker gefördert werden?
Das Auswärtige Amt in Berlin erwägt, der Förderung der deutschen Sprache in den USA künftig wieder größeres Gewicht zu verleihen. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatte Deutschland den Schwerpunkt seiner Bildungs- und Sprachenpolitik stärker nach Osteuropa verlagert.
Foto-, Text- und Audiomaterial zur Sprachkonferenz finden Sie auf: http://bit.ly/opXMoA
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Goethe-Institute fördern die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegen die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Mit einem Netzwerk aus Goethe-Instituten, Goethe-Zentren, Kulturgesellschaften, Lesesälen sowie Prüfungs- und Sprachlernzentren nimmt das Goethe-Institut zentrale Aufgaben der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik wahr. Das Goethe-Institut New York koordiniert die 10 Goethe-Institute in der Region Nordamerika. In den USA befinden sich diese in New York, Chicago, Boston, Washington, San Francisco und Los Angeles, ferner gibt es ein Goethe-Zentrum in Atlanta, das in privater Trägerschaft ist.